Ein frisch gewaschener Leinenbezug kommt selten knitterfrei aus der Waschmaschine. Wer Leinenbettwäsche Zuhause hat, kennt das bestimmt: Beim Aufhängen oder spätestens beim Beziehen des Bettes zeigt sich der typische, leicht zerknitterte Charakter des Stoffes. Für manche gehört das zum Charme von Leinen, andere mögen ihre Bettwäsche lieber glatter.
In diesem Artikel erfahren Sie, welche Möglichkeiten Sie haben, das Knittern zu reduzieren. Vorweg: Leinen wird nie völlig knitterfrei sein. Aber es gibt einiges, was den Stoff deutlich glatter erscheinen lässt.
Wie stark knittert Leinen wirklich?
Knitterfalten in Leinentextilien sind eine Eigenschaft der Faser und kein Qualitätsmerkmal, das es zu vermeiden gilt. Flachs ist eine Bastfaser mit geringer Elastizität. Wo der Stoff gefaltet oder gepresst wird, bleibt diese Form sichtbar, bis er erneut befeuchtet oder geglättet wird.
Was viele überrascht, die zum ersten Mal Leinenbettwäsche besitzen: Im Bett glättet sie sich teilweise von selbst. Wenn der Bezug bezogen ist und das Bett benutzt wird, sorgen das Eigengewicht des Stoffes und die Bewegung über die Nacht dafür, dass viele der starken Knitter nachlassen. Wer am nächsten Morgen das Bett betrachtet, sieht oft ein deutlich ruhigeres Bild als beim Beziehen.
Schon beim Waschen weniger Knitter erzeugen
Viele Knitterfalten entstehen nicht beim Trocknen, sondern bereits in der Waschmaschine. Drei Punkte machen jedoch einen sichtbaren Unterschied:
Erstens: Die Trommel nicht zu voll laden. Wenn der Bezug Platz hat, sich frei zu bewegen, knittert er weniger, als wenn er sich mit anderen Wäschestücken zu einem festen Knäuel verdichtet.
Zweitens: Nicht zu hoch schleudern. Wir empfehlen für Leinen maximal 600 Umdrehungen pro Minute. Höhere Drehzahlen pressen den Stoff stark zusammen und erzeugen starke Knitter, die später schwer wieder herauszubekommen sind. Mehr zum Thema Waschen finden Sie in unserem Artikel „Leinen waschen: So pflegen Sie Ihre Leinenprodukte richtig".
Drittens: Den Bezug direkt nach dem Schleudern entnehmen. Wenn die Wäsche länger feucht und gepresst in der Trommel liegt, setzen sich die Knitter fest und lassen sich später schwerer wieder herausbekommen. Nehmen Sie den Bezug heraus, sobald das Programm endet, schütteln Sie ihn kräftig aus und ziehen Sie ihn in Form, bevor Sie ihn aufhängen.
Beim Trocknen den Bezug in Form bringen
Der zweite entscheidende Moment liegt beim Aufhängen. Hängen Sie den Bezug glatt und an seiner langen Kante über die Wäscheleine, idealerweise ohne Klammern in der Fläche. Klammerspuren sind später als kleine Knitterpunkte sichtbar. Wenn Sie Klammern verwenden, dann am besten nur in den Ecken oder am Saum.
Ein praktischer Tipp: Schließen Sie die Zwirnknöpfe vor dem Waschen. So bleibt der Bezug in Form und verheddert sich nicht in der Maschine. Beim Aufhängen können Sie ihn dann auf links drehen, damit die Außenseite, die später sichtbar ist, weniger Sonneneinstrahlung abbekommt. Gefärbte Bettwäsche sollten Sie ohnehin im Schatten trocknen, weil direkte Sonne die Farben über die Zeit ausbleicht.
Wenn das Bügeleisen zum Einsatz kommt
Wer Leinenbettwäsche bewusst glatt haben möchte, kommt um das Bügeln nicht ganz herum. Drei Punkte sind dabei wichtig: Bügeln Sie den Bezug leicht feucht (am besten direkt von der Leine nehmen, bevor er vollständig trocken ist), mit hoher Temperatur (Leinenstufe, drei Punkte) und mit Dampf. Diese drei Punkte zusammen machen einen deutlichen Unterschied. Eine ausführliche Anleitung lesen Sie in „Leinen bügeln oder nicht? Alles, was Sie wissen müssen".
Alternativen zum Bügeleisen
Wer das Bügeln mit dem Bügeleisen lieber vermeiden möchte oder etwas Zeit sparen will, hat zwei Alternativen.
Ein Handdampfer (Steamer) lässt sich am hängenden Bezug einsetzen. Das funktioniert vor allem für leichte Glättung gut und ist deutlich schneller als das Bügeln auf dem Brett. Der Dampf glättet die Faser, ohne dass Sie den Bezug ausbreiten müssen.
Die zweite Alternative ist das Kalt-Mangeln. Dabei wird die noch feuchte Wäsche unter Druck durch eine Walzenmaschine gezogen. Das Ergebnis ist eine sehr gleichmäßige, glatte Oberfläche, und der Energieverbrauch liegt bei einem Bruchteil eines Bügeleisens. Mehr zum Kalt-Mangeln und zum Vergleich der Methoden finden Sie ebenfalls in unserem Artikel „Leinen waschen: So pflegen Sie Ihre Leinenprodukte richtig".
Knitter als Teil der Optik annehmen
Eine weitere, noch zeitsparendere Möglichkeit besteht darin, den Knitter als das zu nehmen, was er ist: ein Merkmal des Leinenstoffs. Viele unserer Kunden verzichten bewusst auf das Bügeln und schätzen genau diese natürliche Optik. Eine frisch bezogene Leinenbettwäsche, die nicht gebügelt wurde, wirkt wohnlich und natürlich. Das gilt vor allem für naturfarbene und uni gehaltene Stoffe.
Wer mit dem Knitter Frieden schließt, spart sich nicht nur das Bügeln, sondern bekommt ein Schlafzimmer, das einen etwas wohnlicheren, weniger inszenierten Eindruck macht.
Fazit
Das Knittern von Leinenbettwäsche lässt sich nicht vermeiden, aber deutlich abmildern. Wer beim Waschen die Trommel nicht überlädt, langsam schleudert und den Bezug feucht in Form zieht, hat schon den größten Teil des Knitterproblems gelöst. Wer es glatter mag, greift zum Bügeleisen, zum Steamer oder zur Kalt-Mangel. Die einfachste Lösung ist jedoch, die Knitterfalten als ein charakteristisches Merkmal von hochwertiger, echter Leinenbettwäsche anzunehmen.
Unsere gesamte Leinenbettwäsche-Kollektion in vielen Dessins, Größen oder auf Wunsch auch nach Maß angefertigt, finden Sie hier.
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